Aldi, Lidl & Co.: Wie Floristen gegen Supermarkt-Blumen bestehen
Blumenautomat24 Redaktion
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Aldi, Lidl & Co.: Wie Floristen gegen Supermarkt-Blumen bestehen
Der Wocheneinkauf im Discounter, und nebenbei landet ein Rosenstrauß für 4,99 Euro im Wagen – für viele Kunden ist das längst Normalität. Für Floristen ist es ein Ärgernis, das sich kaum wegdiskutieren lässt: Aldi, Lidl, Rewe und Edeka verkaufen Schnittblumen mittlerweile in nahezu jeder Filiale, oft zu Preisen, die kaum die Materialkosten eines vergleichbaren Straußes im Fachgeschäft decken.
Dieser Beitrag ordnet die Supermarkt-Blumen-Konkurrenz realistisch ein: Wo Discounter tatsächlich Kunden abziehen, wo der direkte Preisvergleich hinkt – und warum sich die eigentliche Wettbewerbsfront längst verschoben hat, weg vom Preis pro Stiel, hin zur Frage, wer wann verfügbar ist.
Warum Discounter überhaupt Blumen verkaufen
Schnittblumen sind für Supermärkte und Discounter in erster Linie ein Frequenzbringer. Ein auffälliger, günstiger Blumeneimer direkt am Eingang lockt Laufkundschaft in die Filiale und suggeriert Frische und Frühlingsgefühl – ähnlich wie das Backwarenregal am Eingang jeder Filiale. Der Ertrag pro Strauß spielt dabei eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist der Zusatzumsatz, den der Kunde beim restlichen Einkauf im Laden lässt. Discounter kalkulieren Blumen deshalb häufig knapp über oder sogar zu dem reinen Einkaufspreis – eine Kalkulation, die kein spezialisiertes Blumenfachgeschäft wirtschaftlich nachbilden kann, weil dort der Blumenverkauf das gesamte Geschäftsmodell tragen muss und nicht nur einen Nebeneffekt darstellt.
Für Floristen bedeutet das zunächst eine unbequeme Wahrheit: Der reine Preisvergleich lässt sich gegen diese Kalkulation nicht gewinnen. Genau deshalb raten Brancheninsider unabhängig übereinstimmend dazu, den Preiskampf gar nicht erst anzunehmen. Wie es ein Florist in einer Marktanalyse des Blumengroßmarkts Düsseldorf formuliert: Preislich mit den Discountern mitzuhalten sei weder möglich noch sinnvoll – die eigene Positionierung müsse woanders ansetzen.
Der Trugschluss des Preisvergleichs
Wer 4,99 Euro im Discounter neben 14 Euro im Fachgeschäft stellt, vergleicht selten Gleiches mit Gleichem. Discounter-Sträuße werden in der Regel ungekühlt oder nur schwach gekühlt gelagert, häufig in loser Bündelung ohne fachgerechten Anschnitt und ohne Nährlösung. Die Folge zeigt sich meist schon nach wenigen Tagen: welke Blüten, hängende Köpfe, ein Strauß, der entsorgt statt verschenkt wird. Fachgeschäfte, die auf durchgängige Kühlkette, fachgerechten Zuschnitt und frische Ware setzen, berichten laut derselben Marktanalyse von Kunden, deren Rosen deutlich über zwei Wochen hielten – ein Qualitätsunterschied, der sich in barer Münze kaum ausdrücken lässt, für die Kaufentscheidung aber entscheidend ist, sobald Kunden ihn einmal bewusst wahrgenommen haben.
Hinzu kommt die Sortimentstiefe: Discounter führen ein enges, wechselndes Standardsortiment aus wenigen Sorten in großen Stückzahlen. Individuelle Wünsche, besondere Farbkombinationen, saisonale Raritäten oder ein handgebundener Strauß zu einem konkreten Anlass sind dort schlicht nicht darstellbar. Genau hier verläuft die eigentliche Trennlinie zwischen den beiden Vertriebswegen – nicht am Preis, sondern an dem, was für dieses Geld tatsächlich geliefert wird.
Was Floristen besser können als der Supermarkt
Die Stärken eines Fachgeschäfts lassen sich nicht eins zu eins in eine Preisliste übersetzen, entscheiden aber über die Kundenbindung. Dazu zählen vor allem:
- Persönliche Beratung: Welche Blumen passen zum Anlass, zur Jahreszeit, zur Empfängerin? Diese Frage beantwortet kein Regal am Filialeingang.
- Handwerkliche Verarbeitung: Gebundene Sträuße, florale Gestecke und Sonderanfertigungen erfordern Ausbildung und Erfahrung, die im Discounter naturgemäß fehlt.
- Regionalität und Herkunft: Wer offen kommuniziert, woher seine Blumen stammen, spricht eine wachsende Kundengruppe an, der Herkunft und Nachhaltigkeit wichtig sind – ein Thema, das im standardisierten Discounter-Sortiment praktisch keine Rolle spielt.
- Zusatzservices: Geschenkverpackung, Lieferservice, Anlassberatung für Trauerfeiern oder Hochzeiten – Leistungen, die sich nur ein spezialisierter Betrieb leisten kann.
Der entscheidende Denkfehler wäre allerdings, diese Stärken nur während der eigenen Öffnungszeiten auszuspielen. Genau in den Randzeiten, in denen der Laden geschlossen ist, verliert das Fachgeschäft die Kunden, die es preislich ohnehin nicht verlieren würde – schlicht, weil niemand da ist, der verkauft. Einen tieferen Blick auf die strukturellen Ursachen hinter Ladenschließungen und wachsendem Kostendruck liefert unser Beitrag Warum immer mehr Floristen schließen müssen.
24/7-Verfügbarkeit als eigentlicher Wettbewerbsvorteil
Supermärkte haben einen strukturellen Vorteil, den Floristen selten offen benennen: lange, oft durchgehende Öffnungszeiten. Wer abends um 20 Uhr noch spontan einen Strauß braucht, findet ihn im Supermarkt – nicht im geschlossenen Fachgeschäft. Damit verlieren Floristen nicht nur preissensible Käufer, sondern auch treue Stammkunden, die eigentlich lieber im Fachgeschäft kaufen würden, es aber zur gewünschten Uhrzeit schlicht nicht können.
Beleuchteter Blumenautomat mit Premium-Sträußen bei Dämmerung vor einem Blumenfachgeschäft
Genau an dieser Stelle verschiebt sich die Wettbewerbslage zugunsten der Floristen, die einen eigenen Blumenautomaten betreiben. Ein rund um die Uhr gekühlter, beleuchteter Automat vor dem eigenen Laden oder an einem zweiten, frequenzstarken Standort schließt exakt die Lücke, die Supermärkte sonst füllen – mit dem eigenen, hochwertigen Sortiment statt mit Massenware. Der Kunde bekommt damit dieselbe spontane Verfügbarkeit wie im Supermarkt, aber die Qualität, Frische und Markenidentität des Fachgeschäfts. Wie sich ein Automat als Ergänzung statt als Ersatz zum stationären Geschäft positionieren lässt, erläutert unser Artikel Warum ein Blumenautomat keine Konkurrenz zum Blumenladen ist.
Die eigene Positionierung schärfen
Wer sich gegen die Supermarkt-Konkurrenz behaupten will, sollte die eigene Kommunikation konsequent auf die tatsächlichen Stärken ausrichten, statt implizit über den Preis zu konkurrieren. Das bedeutet in der Praxis: Haltbarkeit und Frische aktiv bewerben statt vorauszusetzen, dass Kunden den Unterschied von selbst erkennen. Ein sichtbares Kühlkonzept, saubere Präsentation und eine klare Markenidentität – etwa durch eine hochwertig gestaltete und folierte Verkaufsstelle – signalisieren Qualität schon auf den ersten Blick, bevor überhaupt über den Preis gesprochen wird.
Ergänzend lohnt sich ein realistischer Blick auf die eigene Marktlage: Aktuelle Zahlen zu Marktvolumen, Pro-Kopf-Ausgaben und struktureller Verschiebung zwischen Vertriebskanälen ordnet unser Beitrag Blumengeschäft in Deutschland: Marktlage und Chancen für Floristen ausführlich ein. Wer die eigene Position im Markt kennt, trifft fundiertere Entscheidungen darüber, wo zusätzliche Investitionen – etwa in einen 24/7-Vertriebskanal – den größten Hebel bringen.
Fazit: Nicht den Preis, sondern die Verfügbarkeit gewinnen
Der Preiskampf gegen Aldi, Lidl und Co. ist ein Kampf, den spezialisierte Floristen strukturell nicht gewinnen können – und auch nicht gewinnen müssen. Die eigentliche Chance liegt darin, Qualität, Beratung und Markenidentität sichtbar zu machen und diese Stärken nicht nur während der Öffnungszeiten, sondern rund um die Uhr verfügbar zu halten. Ein eigener Blumenautomat schließt genau diese Lücke, ohne dass dafür zusätzliches Personal nötig wird.
Blumenautomat24 unterstützt Floristen dabei, ihre Marke auch außerhalb der Öffnungszeiten sichtbar zu machen. Lassen Sie sich jetzt unverbindlich beraten und finden Sie heraus, wie sich Ihr Fachgeschäft gegenüber der Supermarkt-Konkurrenz differenzieren lässt.
Häufig gestellte Fragen zur Supermarkt-Blumen-Konkurrenz
Warum sind Blumen im Supermarkt so viel günstiger als im Fachgeschäft?
Discounter und Supermärkte haben durch große Volumen eine starke Verhandlungspositionen, was sich in niedrige Einkaufspreise wiederspiegelt. Zusätzlich kalkulieren sie Blumen häufig knapp über oder sogar zum Einkaufspreis, weil sie als Frequenzbringer für den restlichen Einkauf dienen. Für ein Fachgeschäft, dessen gesamtes Geschäftsmodell auf dem Blumenverkauf beruht, ist eine solche Kalkulation nicht tragfähig.
Verlieren Floristen durch Discounter-Blumen tatsächlich Kunden?
Vor allem im preissensiblen, spontanen Impulskaufsegment ja. Kunden, die Wert auf Beratung, Haltbarkeit und besondere Sorten legen, bleiben dem Fachgeschäft in der Regel treu – sofern sie es zur gewünschten Zeit auch erreichen können.
Wie lange halten Discounter-Blumen im Vergleich zum Fachgeschäft?
Discounter-Sträuße werden häufig ungekühlt oder nur schwach gekühlt gelagert und ohne fachgerechten Anschnitt verkauft, was die Haltbarkeit spürbar verkürzt. Fachgeschäfte mit durchgängiger Kühlkette und fachgerechtem Zuschnitt erzielen häufig deutlich längere Standzeiten.
Sollten Floristen mit den Preisen der Discounter mitziehen?
Nein. Ein direkter Preiskampf lässt sich gegen die Kalkulation der Discounter kaum gewinnen. Sinnvoller ist es, sich über Qualität, Beratung, Sortimentstiefe und Verfügbarkeit dank Blumenautomaten zu differenzieren statt über den niedrigsten Preis.
Wie hilft ein Blumenautomat gegen die Konkurrenz durch Supermärkte?
Ein Blumenautomat schließt die Verfügbarkeitslücke außerhalb der Öffnungszeiten, ohne zusätzliches Personal zu benötigen. Kunden erhalten dieselbe spontane 24/7-Verfügbarkeit wie im Supermarkt, aber mit dem Qualitäts- und Markenversprechen des Fachgeschäfts.
Foto von Donald Giannatti auf Unsplash